Nach einem äußerst fragwürdigen Abend letzten Freitag - der in einer Thai-Karaoke-Bar endete, die wir mit 6 anderen kaperten und sofort als Deutsche schlechthin auftraten indem wir vor dem Stammpublikum, das aus 15-20 Mitgliedern diverser Unterschichten und Randgruppen bestand, gute deutsche Schlager wie "Griechischer Wein" sangen und somit innerhalb von 10 Minuten das Stammpublikum zu großen Teilen vertrieben haben, so dass ich mich nur schämte und Angst hatte eins aufs Auge zu bekommen - ging es gestern in Stuttgart weiter mit anders gelagerten abendlichen Aktivitäten.
Der Abend begann recht locker mit einem ausgedehnten Kicker-Tunier im Sutsche, einer sehr schönen Kneipe im Stuttgarter Westen. Bei dick verqualmter Luft lieferten sich 4 Mädels und 2 Jungs ein paar ordentliche Spiele bis hin zur Sehnenscheidentzündung. Gegen 23 Uhr wechselten wir die Örtlichkeit, denn man hatte uns erzählt, dass es in Takeshi's Bar eine Gay-Party geben würde. Nach kurzer Nachfrage bei den Türdamen erhielten wir dann die Auskunft, dass die Party eher für Leute fortgeschrittenen Alters wäre und eh erst 24 Uhr beginnen würde. Was für ein Geschäftsmodell: tagsüber und abends Chinesisches Essen und ab Mitternacht dann Homofeten... Ob das Zukunft hat?! Nunja, wir mussten uns also was besseres suchen und was macht man, wenn man nicht einfach nur ein Bierchen trinken will? Logisch: man sucht einen SM-Laden. Dieses Ziel, das ursprünglich nur ein Gruppenmitglied verfolgte, ließ in uns allen eine Neugier aufkommen. Nicht dass ich auf SM stehe. Viel lustiger war, immer einen Laden zu stürmen und einen zu bestimmen, der nichtsahnende Leute nach SM-Lokalitäten fragte. Ein Spiel mit den Hemmungen. Bestürzung und Neugier beim Befragten.
Nach 2 Sexshops, einer Curry-Wurstbude und mehreren Kneipen bekamen wir sogar einen Stadtplan, der sämtliche Gay- und Sex-Lokale in Stuttgart verzeichnet - die Gaymap. Das ganze auf englisch und voller Abkürzungen um langatmige Beschreibungen zu verkürzen und so Papier zu sparen. Auf Grund solcher Beschreibung:
Graf Eberhard, Café Nesenbachstr. 52 Tel.: xxxxx [C/GF/S/T]
kam es dann zu folgender Situation. C heißt Café/ Bistro. GF heißt Gay friendly. Wir suchten natürlich nach einer Abkürzung, die uns unserem SM-Ziel näher bringen würde. So fragte die anwesende Frau F.: "Was ist'n S?"
ich: "Snacks"
Frau F.: "Was istn Snacks?" *verwirrter Blick*
ich: "Was zu essen?!"
*Erleuchtung und folgende peinliche Berührtheit bei Frau F.*
Ja, man kann ja nie wissen, ob es mittlerweile irgendwelche schmutzigen Spielchen gibt, die Snacks heißen. Sexual Necrophile Action Composed of Kitty Scratches? Super Notorische Assis der City Kriechen Sexy? Man weiß es ja nie...
Nunja, nach diesem goldigen Moment ging es dann ins Oblomov. Wir hatten die SM-Suche somit beendet und widmeten uns illustren Gesprächen. Da fiel mir beim Blick auf die Straße etwas auf, das durchaus zum Thema des Abends passte.

Da gab es doch tatsächlich, dank der günstigen Position eines Behi-Parkplatzes, eine "Feine Peinigung". Hatten wir doch noch einen SM-Schuppen gefunden?!